Pflegebeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion

Eine würdevolle Pflege im Alter zu gewährleisten, bleibt eine große Herausforderung auch in der Zukunft.

Der demographische Wandel, die steigende Nachfrage nach Dienstleistungen rund um die Versorgung im Alter oder bei Pflegebedarf und der sich abzeichnende Fachkräftemangel werfen Fragen auf: Wie kann es gelingen, weiterhin gut ausgebildetes Personal für eine würdevolle Pflege alter und kranker Menschen zu finden? Wie können die Arbeitsbedingungen in der Pflege so weiterentwickelt werden, dass Krankenschwestern und Altenpfleger ihren Beruf nicht verlassen, sondern weiterhin mit hoher innerer Überzeugung diesen wertvollen Dienst am Menschen leisten? Unbestritten ist, dass die hohe Arbeitsverdichtung und der überbordende Bürokratieaufwand in der Pflege dringend verändert werden müssen, damit wieder mehr Zeit für persönliche Zuwendung bleibt.

 

Meine Themen im Bereich Gesundheitspolitik

Der Patient im Mittelpunkt

Auch in Zukunft ein leistungsfähiges und solidarisches Gesundheitssystem

Reha

Rehabilitation sichert Lebensqualität und gleichberechtigte Teilhabe

Internationaler Austausch

ein Blick über den Tellerrand

Der Patient im Mittelpunkt

Gesundheit ist ein hohes Gut: Sie ist nicht nur für jede/n Einzelne/n wichtiger Faktor für eine erfolgreiche und erfüllende Lebensgestaltung, sondern letztlich auch Voraussetzung für ein gelingendes Miteinander in unserer Gesellschaft.

Vorsorgende sozialdemokratische Gesundheitspolitik will Krankheit vermeiden, Gesundheit erhalten und Unterschiede in den Gesundheitschancen abbauen. Als Mitglied im Gesundheitsausschuss setze ich mich dafür ein, dass alle Menschen gleichermaßen am medizinischen Fortschritt teilhaben können. Wir wollen keine Zweiklassenmedizin. Gleichzeitig gilt es sicherzustellen, dass unser hoch entwickeltes und leistungsfähiges Gesundheitssystem bezahlbar bleibt. Diese gegenläufigen Ziele müssen vernünftig ausbalanciert werden.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitssektors ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Dies schlägt sich auch in einer gestiegenen Zahl von Beschäftigten nieder. Gute Arbeitsbedingungen sind Voraussetzung für eine gute Versorgung der Patientinnen und Patienten.

Bei den Koalitionsverhandlungen mit der Union konnten wir spürbare Verbesserungen für Versicherte, für Patientinnen und Patienten durchsetzen. Wir mussten jedoch auch Kompromisse eingehen, weil sich beispielsweise die Union weiter strikt gegen die Bürgerversicherung ausspricht. Der Vertrag bildet aber gerade im Bereich Gesundheit eine gute Grundlage für ein Bündnis auf Zeit.

 

Rehabilitation sichert Lebensqualität und gleichberechtigte Teilhabe

Wie wertvoll Rehabilitation ist, zeigt sich in den unterschiedlichsten Lebenslagen. Wer nach schwerer Krankheit eine Rehabilitation erfolgreich meistert und den Sprung zurück in die Arbeitswelt schafft, gewinnt Unabhängigkeit und Selbstbestimmung zurück.

Und wem es als älterer Mensch gelingt, mit HSPD_Krankenhaus_06.09.jpegsilfe der Rehabilitation die Pflegebedürftigkeit zu verhindern oder herauszuschieben, hat an Selbstständigkeit und Lebensqualität gewonnen.

Aber auch für die Gemeinschaft und das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht ist der Erhalt unserer Gesundheit und Leistungsfähigkeit von großer Bedeutung. In einer älter werdenden Gesellschaft werden wir mehr denn je eine gute medizinische Versorgung von der Prävention bis zur Rehabilitation brauchen, damit Beschäftigte ihren Arbeitsplatz behalten können und ältere Menschen solange wie möglich selbstständig oder trotz Pflegebedarf im vertrauten häuslichen Umfeld zurechtkommen.

In meiner Fraktion setze ich mich als Berichterstatterin für die Stärkung und den Ausbau der medizinischen wie auch geriatrischen Rehabilitation ein. Und einiges haben wir in dieser Legislaturperiode schon auf den Weg gebracht. So wurde 2014 mit der Rentenreform der so genannte „Reha-Deckel“ angehoben. Seitdem stehen jährlich wesentlich mehr Mittel für Rehabilitationsmaßnahmen zur Verfügung. Außerdem haben wir das Wunsch- und Wahlrecht für die Betroffenen verbessert und sichergestellt, dass ambulante Rehabilitationsleistungen auch mobile Dienste einschließen. Dieses aufsuchende Rehabilitationsangebot kommt insbesondere den Menschen entgegen, die lieber zuhause bleiben möchten oder jene, die sich nur schwer in fremder Umgebung zurechtfinden. Darüber hinaus haben wir das Entlassmanagement neu geregelt, um nach einem Krankenhausaufenthalt einen lückenlosen Übergang in die ambulante Versorgung sicher zu stellen.

Leider wird die Rehabilitation zur Vorbeugung oder Vermeidung von Pflegebedürftigkeit viel zu selten in Anspruch genommen. Hier ist es wichtig, die Achtsamkeit der Hausärzte zu stärken und den Weg in eine ambulante oder stationäre Rehabilitation zu vereinfachen. Auch könnte ein besseres Zusammenspiel der Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK) und der Kranken- sowie Pflegekassen an dieser Stelle helfen, den Zugang zu Rehabilitationsmaßnahmen zu erleichtern und die Inanspruchnahme zu erhöhen. Daher wird es zukünftig ein bundesweit einheitliches Verfahren zur Ermittlung des Rehabilitationsbedarfs geben und der MDK wird verpflichtet, dieses bei der Begutachtung der Pflegebedürftigkeit anzuwenden.

Internationaler Austausch – ein Blick über den Tellerrand

Wir Sozialdemokraten haben uns seit jeher für Frieden, Verständigung und internationalen Dialog eingesetzt. Als Mitglied des Deutschen Bundestages habe ich neue Möglichkeiten, mich für diese Ziele stark zu machen:

Als Mitglied mehreren Parlamentariergruppen engagiere ich mich für den Austausch mit Korea (hier bin ich stellvertretende Vorsitzende) und China. Diese Länder sind längst „Global Player“ und gestalten kräftig die internationale Ordnung mit. Außerdem engagiere ich mich in der Parlamentariergruppe Deutschland-Schweiz, unserem Anrainerstaat, um direkt Themen im Nachbarschaftsverhältnis mitzugestalten.

Es ist spannend und lehrreich für mich, im Gespräch mit Abgeordnetenkollegen, Vertretern dieser Länder aus Politik, Wirtschaft und Kultur aus erster Hand zu erfahren, wie dort mit den Herausforderungen unserer Zeit umgegangen wird. So konnte ich als Abgeordneter bei unserer Delegationsreise im Oktober 2015 nicht nur Südkorea bereisen, sondern auch Nordkorea kennenlernen – so gut das denn möglich ist. Der internationale Austausch bietet mir auch die Möglichkeit, aus deutscher Sicht zu berichten – so beispielsweise im Oktober 2016 in Gyeongju beim Deutsch-Koreanischen Forum über die Rolle der Frau in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Dieser Erfahrungsaustausch und die Möglichkeit, internationale Kontakte herzustellen, kommt nicht zuletzt auch den Unternehmen im Landkreis zugute, von denen sich viele in Fernost engagieren.