Herausforderung Pflege

Eine würdevolle Pflege im Alter zu gewährleisten, bleibt eine große Herausforderung auch in der Zukunft. Der demographische Wandel, die steigende Nachfrage nach Dienstleistungen rund um die Versorgung im Alter oder bei Pflegebedarf und der sich abzeichnende Fachkräftemangel werfen Fragen auf: Wie kann es gelingen, weiterhin gut ausgebildetes Personal für eine würdevolle Pflege alter und kranker Menschen zu finden? Wie können die Arbeitsbedingungen in der Pflege so weiterentwickelt werden, dass Krankenschwestern und Altenpfleger ihren Beruf nicht verlassen, sondern weiterhin mit hoher innerer Überzeugung diesen wertvollen Dienst am Menschen leisten? Unbestritten ist, dass die hohe Arbeitsverdichtung und der überbordende Bürokratieaufwand in der Pflege dringend verändert werden müssen, damit wieder mehr Zeit für persönliche Zuwendung bleibt.

Lesen Sie hierzu auch meinen Artikel „Pflege braucht mehr Courage“ vom 17.05.2017

22392594422_9b0b0fcd75_kDie soziale Pflegeversicherung ist eine große sozialpolitische Errungenschaft, um die wir in anderen Ländern beneidet werden. In dieser Legislaturperiode haben wir sie mit drei Pflegestärkungsgesetzen grundlegend weiterentwickelt und finanziell auf stabilere Beine gestellt. Besonders freut es mich, dass neben vielen zusätzlichen Leistungen und Entlastungen für pflegende Angehörige nun endlich der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt und damit ein umfassenderes Verständnis von Pflegebedürftigkeit umgesetzt worden ist. Dies kommt vor allem Menschen mit demenziellen Erkrankungen zu Gute, denn ihre Unterstützungsbedarfe werden mit dem neuen Begutachtungsverfahren deutlich besser erfasst.

In einem weiteren Schritt wird nun die Ausbildung der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege reformiert. Die bisher getrennt geregelten Pflegeausbildungen werden in einer generalistischen Ausbildung mit dem Berufsabschluss „Pflegefachfrau“ oder „Pflegefachmann“ zusammengeführt. Damit wird ein neues, gemeinsames Berufsbild geschaffen, das den sich wandelnden Pflegebedarfen und komplexen Versorgungsanforderungen gerecht wird. Die generalistische Ausbildung bereitet die Pflegekräfte von morgen auf alle Arbeitsfelder vor und macht einen späteren Wechsel zwischen der ambulanten Pflege, der Kinderkrankenpflege, der stationären Langzeitpflege oder der Pflege im Krankenhaus möglich. Außerdem werden die Finanzierung der Ausbildung und der Anspruch auf eine angemessene Vergütung neu geregelt. Das Schulgeld wird grundsätzlich abgeschafft. Der einheitliche Berufsabschluss soll dazu beitragen, dass die Pflegekräfte in allen Arbeitsfeldern gut bezahlt werden, was mir ein besonderes Anliegen ist. Hier braucht es in der Altenpflege unbedingt weitere Verbesserungen.