Kreisdelegation besucht Berlin

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat gemäß eigenem Slogan „die Welt im Blick“. Diese Botschaft vermittelte ein Referent des Auslandsgeheimdienstes der Bundesrepublik einer Besuchergruppe aus dem Kreis Göppingen, die sich zu einer Informationstagung auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens (SPD) dieser Tage in Berlin aufhielt.

Im Rahmen seiner Transparenz-Offensive empfängt der BND seit einigen Mona-ten Besuchergruppen aus der Bevölkerung an seinem provisorischen Dienstsitz in Berlin-Lichterfelde. Die Delegation aus dem Kreis, überwiegend Angehörige der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) und der Deutschen Vereini-gung Morbus Bechterew (DVMB), wurde über die Aufgaben und die Arbeits-weise des Bundesnachrichtendienstes aus erster Hand informiert. Freilich wurden  keine Namen von Agenten und deren Einsatzorte preisgegeben, da diese selbstredend strenger Geheimhaltung unterliegen. Dennoch war der begrenzte Einblick in das Innenleben des Nachrichtendienstes, der geheime Informationen aus dem Ausland beschafft, analysiert und auswertet sowie die Regierung bei wichtigen Entscheidungen berät, sehr interessant. In Berlin-Mitte entsteht  in der Nähe zum Kanzleramt gegenwärtig die neue Zentrale des BND, der seinen bisherigen Hauptsitz in Pullach zugunsten seiner Präsenz in der Hauptstadt aufgibt.

Die Delegation aus dem Filstal besuchte auch die beiden gesetzgebenden Parlamente, Bundestag und Bundesrat. Die Stippvisite in beiden Plenarsälen musste allerdings vor leerem Haus erfolgen, da an den Besuchstagen turnus-mäßig keine Sitzungen stattfanden. Erlebnisreich war die Teilnahme an einer Live-Sendung des ZDF-Morgenmagazins im „Zollernhof“, dem Hauptstadtstudio des Zweiten Deutschen Fernsehens.

Sehr beeindruckt war die Gruppe von der Ausstellung „Topographie des Terrors“, die anhand von Originaldokumenten und informativen Schautafeln die unmenschlichen Taten der Nazi-Schergen darstellt. In einer Galerie auf dem Freigelände wird die Entwicklung hin zum Dritten Reich und der Staatsterror des Nazi-Regimes anschaulich dokumentiert.

Die Landesvertretung Baden-Württembergs liegt inmitten einer langen Reihe von ausländischen Botschaften in der Tiergartenstraße. Dort wurden die Gäste aus dem Kreis Göppingen ebenfalls herzlich empfangen und über die Tätigkeit  „ihrer Botschaft“ am Sitz der Bundesregierung und des Bundestages aufgeklärt. Die Einladung zum Mittagessen – es wurden schwäbische Maultaschen serviert –  rundete den Kurzbesuch ab, bei dem ausdrücklich betont wurde, dass  Gäste aus dem „Ländle“ jederzeit im angeschlossenen Gästetrakt willkommen seien.  Gut gelaunte Gäste mutmaßten, dass  für das  geflügelte Wort „Ick hab‘ ’nen Koffer in Berlin“ das Kunstwerk im Foyer aus übereinander gestapelten Koffern Pate gestanden haben könnte, ist aber nicht mehr als eine lustige Geschichte.  Und dass aus einem der Koffer die mitgebrachte Geräuschkulisse der Gäste reproduziert wird, wenn sie wieder hinaus gehen, ist ein Gag, der, so der Referent des Besucherdiensts, vor dem Hintergrund des verschärften Daten-schutzes nicht mehr lange Bestand haben werde …

Organisiert wurde die zweitägige Tagung für politisch Interessierte vom Bundespresseamt auf Anregung von MdB Heike Baehrens. Diese war eigens nach Berlin geeilt, um die Gruppe aus ihrem Wahlkreis zu empfangen und ihr über zu den  unterschiedlichsten Themen Rede und Antwort zu stehen. Sie schilderte den Ablauf eines gewöhnlichen Arbeitstages als Abgeordnete und sagte, dass sie in ihrer Eigenschaft als pflegepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion an einem wichtigen sozialpolitischen Gegenwartsthema an einflussvoller Stelle mitwirken dürfe.

Quelle: Harald Kraus, Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew Kreisgruppe Göppingen

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